Amarant ‘Hopi Red Dye’ – Färber- & Selbstversorgerpflanze
Ein kräftiges Rot aus dem Garten: essbar, schön und vielseitig

Die Sorte 'Hopi Red Dye' ist ein echter Allrounder: robust im Anbau, ein Blickfang im Beet – und sie liefert essbare Blätter & Samen sowie einen natürlichen roten Farbstoff für Küche & Färbeprojekte.
Perfekt für Selbstversorger:innen und alle, die Pflanzen gerne ganzheitlich nutzen.
Botanisches Kurzporträt
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Art: Amaranthus cruentus (Zier-/Kornamarant-Gruppe)
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Sorte: 'Hopi Red Dye'
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Jährigkeit: einjährig, wärmeliebend
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Wuchshöhe: ca. 1,2–2,0 m, aufrecht, kräftige Stiele
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Blätter/Triebe: intensiv bordeauxrot bis purpur, je nach Standort
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Blütenstände: dichte, rötlich-purpurne Rispen (Sommer bis Herbst)
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Erntefenster: junge Blätter ab Frühsommer; Samen ab Spätsommer/Herbst
Erkennungsmerkmale
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Tief weinrote Stängel und Blätter, oft mit Glanz.
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Lange, gefiederte Rispen in sattem Purpurrot.
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Kräftiger, aufrechter Wuchs; standortgerecht oft über 1,5 m.
Standort & Boden
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Licht: vollsonnig (je mehr Sonne, desto intensiver die Rotfärbung).
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Boden: locker, humos, gut drainiert; nicht zu stickstoffreich düngen (sonst viel Blattmasse, wenig Samen).
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Wasser: mäßig – trockenheitsverträglich, aber zur Blüte/Fruchtbildung gleichmäßige Feuchte vorteilhaft.
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Windschutz: hohe Pflanzen ggf. anbinden oder windgeschützt setzen.
Aussaat & Pflanzung
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Voranzucht: April auf der Fensterbank/ im Gewächshaus; Lichtkeimer → Saat nur andrücken, nicht bedecken. eine Voranzucht ist jedoch absolut nicht nötig!
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Direktsaat: nach den letzten Frösten bei Bodentemperaturen > 10 °C.
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Keimdauer: ca. 5–10 Tage.
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Abstände: 30–45 cm; kräftige Pflanzen vereinzelten.
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Pflege: früh hacken/mulchen (Jungkrautkonkurrenz), mäßig düngen, gleichmäßig gießen.
Tipp: Für satten Farbstoff und stabile Stiele lieber etwas magerer halten und nicht übermäßig wässern.
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Pflege, Probleme & Vorbeugung
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Aphiden & Käfer: bei Bedarf mit Wasserstrahl abspülen oder Nützlinge fördern (Blühstreifen).
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Echter Mehltau: v. a. in feucht-warmem Spätsommer → luftig pflanzen, alte Blätter auslichten.
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Vögel lieben die reifenden Samen → Papiertüten/Netze über die Rispen stülpen, wenn du ernten willst.
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Selbstaussaat: möglich; Samenstände rechtzeitig ernten, wenn du "Wilde" vermeiden willst.
Ernte & Verarbeitung
Blätter (Gemüse)
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Zeitpunkt: jung und zart (Früh-/Hochsommer).
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Küche: wie Spinat, kurz blanchiert oder in Pfannengerichten; schöne rote Farbakzente.
Farbstoff (Hüllblätter/Blüten)
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Was liefert Farbe? Vor allem die rötlichen Hüllblätter (Betacyanine, z. B. Amaranthin).
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Ernte: an einem trockenen Tag; kräftig gefärbte Teile abstreifen/abschneiden.
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Auszug (Lebensmittel):
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Rote Pflanzenteile grob zerkleinern, mit Wasser übergießen.
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Sanft erhitzen (40–60 °C)
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Optional etwas Säure (z. B. Zitronensaft/Essig) zugeben → stabilere, leuchtende Töne.
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Abseihen – als natürliche Lebensmittelfarbe für Sirup, Teige, Glasuren.
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Textilfärben: auf Proteinfasern (Wolle/Seide) möglich, aber nur mäßig lichtecht; mit Alaunbeize experimentieren. Für dauerhaftes Textilrot sind andere Pflanzen geeigneter.
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Hinweis: pH- und hitzeempfindlich → im Essen eher am Ende zugeben um eine tolle Farbe zu gewärleisten.
Samen (Körneramarant)
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Reife erkennen: Samen lösen sich bei Reiben, Rispen "rascheln".
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Ernte: Rispen beuteln oder schneiden, nachtrocknen (luftig, schattig), dann ausklopfen und winnen (Sieb/Luftzug), bis die Spreu weg ist.
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Küche:
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Kochen: 1 Teil Amarant : 2–2,5 Teile Wasser → 20–25 Min.
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Puffen/Poppen in der heißen, trockenen Pfanne (kleine Portionen!).
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Backen: als Mehlanteil (glutenfrei) 10–30 % untermischen.
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Saatgut: beste, vitalste Pflanzen auswählen; trocken lagern.
Verwendung – Küche, Färben, Deko
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Küche: Blätter (Gemüse), Körner (Brei, Porridge, Bratlinge, Brot, Müsli), gepufft als Topping.
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Färben: speisefarben für Sirup, Getränke, Cremes, Teige; Textil nur experimentell.
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Deko/Schnitt: stattliche, purpurne Rispen für Sträuße & Trockengestecke.
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Tierwelt: Samen als Vogelfutter, Blüten bieten Insekten Struktur & Nahrung.
👉 Hier kommst du zu meinem Video wo ich einen Brotteig mit dem Amarant einfärbe,
Lagerung & Saatgut
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Körner: absolut trocken & dunkel in dicht schließenden Gläsern/Behältern – kühl lagern.
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Hüllblätter (Farbe): getrocknet dunkel aufbewahren; Farbintensität nimmt mit der Zeit ab.
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Saatgut: kühl, trocken; Keimfähigkeit i. d. R. 3–5 Jahre.
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Sortenreinheit: Amarant kreuzt innerhalb der Gruppe leicht. Für sortenreines Saatgut Abstand zu anderen Amarant-Sorten halten oder Blütenstände rechtzeitig isolieren (Beutel).
Sicherheit & Hinweise
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Oxalsäure: Blätter enthalten Oxalate – kurz blanchieren, bei Neigung zu Nierensteinen zurückhaltend verwenden.
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Nitrat: bei starker Stickstoffdüngung können Nitrate in Blättern ansteigen → maßvoll düngen, jüngere Blätter bevorzugen.
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Glutenfrei: Körneramarant ist glutenfrei und eiweißreich.

FAQ
1. Worin unterscheidet sich 'Hopi Red Dye' von klassischen Körnersorten?
Diese Sorte ist besonders farbintensiv und wird traditionell zum Färben von Speisen genutzt; der Kornertrag ist meist geringer als bei reinen Körneramarant-Sorten – für den Hausgarten aber völlig ausreichend.
2. Kann ich 'Hopi Red Dye' im Topf ziehen?
Ja – ab 20–30 l Erdvolumen, sonnig, standfest stellen und regelmäßig wässern. Für große Rispen sind Beete dennoch im Vorteil.
3. Wie verhindere ich, dass die Pflanzen umknicken?
Windgeschützt pflanzen, stabilisieren (Bambus/Leiste), nicht zu stickstoffreich düngen.
4. Selbstaussaat – muss ich aufpassen?
Wenn Samenstände ausreifen, kann es zu Selbstaussaat kommen. Wer das nicht möchte, erntet die Rispen rechtzeitig. Da die Sämlinge sehr einfach zu entfernen sind freuen wir uns aber über die Möglichkeit der Selbstaussaat.
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